Druck aus den eigenen Reihen

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Immer öfter berichten InteressensvertreterInnen von Feindseligkeiten, Machtkämpfen und Mobbing in der eigenen Körperschaft. Die Beteiligten stehen unter Druck. Motivation und Produktivität lassen nach. Systemische Teamentwicklung könnte Abhilfe schaffen, meinen die ExpertInnen der CoP Betriebliche Gesundheitsförderung.

Angestaute Emotionen und unausgetragene Konflikte zwischen Team-Mitgliedern und Führungskräften führen in der Regel dazu, dass Ziele nur mangelhaft erreicht werden. Das Arbeitsklima verschlechtert sich, Krankenstände und Mitarbeiterfluktuation nehmen zu. Eine gestörte Vertrauensbasis und unproduktive Verhaltensweisen sind nur einige der Symptome, mit denen sich InteressensvertreterInnen herumschlagen. „Wir haben sämtliche naheliegenden Lösungsversuche zur Verbesserung unserer Teamkultur ausprobiert“, berichtet eine Betriebsrätin. Nichts davon habe gegriffen. Der Leidensdruck sei enorm. Eine weitere Betriebsrätin möchte gerne mit ihrer Führungskraft auf Augenhöhe kommunizieren und gemeinsam gestalten. Allerdings bekommt sie die relevante Information immer zu spät und fühlt sich nicht einbezogen. Dazu kommen immer häufiger Grabenkämpfe in den eigenen Reihen. „Manche BetriebsrätInnen wähnen sich in einer Machtposition“, konstatiert die Teilnehmerin. Die KollegInnen nicken. Intrigen und Verleumdungen in der eigenen Körperschaft sind auch ihnen nicht fremd.

Führungsschwäche, Angst und Misstrauen
Die ExpertInnen der CoP BGF orten Führungsschwäche als eine Ursache der Probleme. Häufig seien Ängste um die eigene Position, Kontrollverlust und Misstrauen im Spiel. Die Konflikte laufen nicht auf sachlicher sondern auf emotionaler Ebene ab. Die Problematik dabei: Je weiter ein Konflikt eskaliert, desto mehr verhärten sich die Fronten. Rückzug, Abwehr und gegenseitige Vorwürfe sind das Resultat. In der Sache komme man so nicht weiter.

Lösungsansatz: Psychohygiene für Teams
Die ExpertInnen raten den betroffenen BetriebsrätInnen, einen Schritt weg von der klassischen Personalentwicklung hin zur systemischen Teamentwicklung zu machen. Das hieße, die Teams neu zu durchmischen und einen gemeinsamen Stil auf Basis des Code of Leadership auszuarbeiten. Eine Betriebsrätin will diesen Weg nun ganz konkret gehen und eine „Psychohygiene für Teams“ initiieren. Analog zum Weiterbildungskatalog des Unternehmens sollen Teams sich einmal im Jahr einen systemischen „Team-Check“ leisten dürfen. Die systemische Teamentwicklung setzt sich nicht nur mit den persönlichen Verhaltensmustern, sondern vor allem auch mit den Bedingungen auseinander, die zu bestimmten Verhaltensweisen führen. Es geht darum, Interaktions- und Kommunikationsmuster neu zu definieren und Perspektiven zu wechseln, um ein produktives Miteinander zu ermöglichen.

Die CoP BGF präsentiert ihre weiterführende Strategie am 7.7. im Rahmen der Meta CoP.

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