Wer führt, wird „angesehen“

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Ein unangenehmes Kribbeln in der Magengegend, Spannungskopfschmerz und allgemeine Unlust – Empfindungen dieser Art stellen sich allzu gern am Sonntag Abend ein. Die neue Arbeitswoche beginnt mit einem Motivationstief. Warum das so ist und was wir dagegen tun können, erklärt der Berater Michael Vogler im Rahmen der CoP Gesundheit und Soziales.

Eine Ursache für die diffusen Beschwerden ortet Michael Vogler in der Unternehmenskultur, die er als „hochkomplexes, kommunikatives Phänomen“ bezeichnet. Tatsächlich bestätigen die TeilnehmerInnen der CoP Gesundheit und Soziales, dass sie in vielen Organisationen das Täter-Opfer Syndrom erkennen. Wobei Führungskräfte üblicherweise die Egomanen sind, die ihre MitarbeiterInnen „quälen“, und die Mitarbeiter es sich in ihre Opferrolle „bequem“ machen, sich ausgenutzt und unzufrieden fühlen. Diese Konstellation führt zu einem regelrechten Energiestau, weiß Vogler. Die Fronten verhärten sich, die Freude an der Arbeit sinkt. Und damit die Produktivität. All das schaffe den Nährboden für Mobbing und Burnout.

Gemeinsam gestalten
In seinem Vortrag betont der Experte, dass wir alle TrägerInnen einer „Kultur“ sind – sei es die Organisationskultur, die Abteilungskultur, die Teamkultur. Unsere unterschiedlichen Wertehaltungen und Überzeugungen führen in Teams und Abteilungen häufig zu Spannungen und Misstrauen. Das wiederum erschwere Führung und koste am Ende des Tages viel Geld. Die Herausforderung besteht dem Experten zufolge also darin, eine verbindende Kultur zu schaffen, eine gemeinsame Sprache zu finden und miteinander zu gestalten. Schließlich seien Führungskräfte – ebenso wie Mitarbeiter – einfach nur Menschen mit Emotionen und Ängsten, kreativen Ideen und individuellen Befindlichkeiten.

Die Rolle der PersonalvertreterInnen
Wo können PersonalvertreterInnen ansetzen und Einfluss nehmen? Zunächst ist es nötig, sich selbst als Führungskraft zu verstehen, sagt Vogler. Denn: Wer führt, wird im doppelten Sinne des Wortes „angesehen“. Führung fordert eine positive Haltung, gestalterische Energie und vor allem auch Antworten auf viele Fragen. Den TeilnehmerInnen der CoP rät er, in ihrer beratenden Rolle Handlungsspielräume aufzuzeigen und die positiven Aspekte in ihrem Umfeld stärker wahrzunehmen. Rituale könnten helfen, das eigene Selbst zu stärken, Freude an der interdisziplinären Arbeit zu finden und das nötige Vertrauen aufzubauen. Am Ende des Tages gehe es darum, im entscheidenden Moment den Dialog zwischen allen Beteiligten sicher zu stellen. Und darum, die Reibung gemeinsam auszuhalten, die praktische Veränderungen unweigerlich mit sich bringen.

Am 7. Juli präsentiert die CoP Gesundheit und Soziales im Rahmen der Meta CoP ihr weiteres Vorgehen.

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