Romantische neue Arbeitswelt

0

Big Data, Industrie 4.0, Gig Economy. Diese Schlagworte begegnen uns im aktuellen Diskurs um die Arbeitskultur der Zukunft. Was bedeuten sie für Arbeitgeber*, Arbeitnehmer und Interessensvertreter? Wie werden wir künftig arbeiten? Mit diesen und anderen brisanten Fragen beschäftigt sich die CoP Zeitarbeit.

Acht Stunden arbeiten und danach die freie Zeit genießen: Das war einmal. Heute hanteln sich immer mehr Menschen von Job zu Job. Feiertage und gesetzlich geregelte Arbeitspausen sind für sie Utopie. Internet-Plattformen wie Jovoto und Clickworker – auch Crowdworking Plattformen genannt – machen diesen Erwerbstätigen Hoffnung. Wer sich registriert, darf innovative Lösungsansätze für Unternehmen und NGOs in ganz unterschiedlichen Bereichen deponieren. Bewertet werden die Ideen von der „Crowd“ und natürlich von den Auftraggebern. Wer die beste Idee hat, bekommt das „Preisgeld“. Die Plattformen erfreuen sich großer Beliebtheit: Jovoto hat nach eigenen Angaben 80.000 registrierte Nutzer in Deutschland. Clickworker zählt 700.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt.

Globaler Konkurrenzkampf

Der globale Konkurrenzkampf um die Arbeit ist eröffnet. In den USA spricht man bereits von der „Gig Economy“. Und es kommt noch schlimmer: Laut Arena Analyse 2016, die sich der Frage nach der Arbeitswelt von morgen widmet, werden sich „Firmen und fixe Organisationen auflösen“ und wird „die Schwarm-Netzwerk-Organisation künftig den Rahmen für Arbeit geben.“ Den Arena-Experten zufolge werden einige von der Vielfalt der Möglichkeiten profitieren, während andere in „hybride Arbeitsverhältnisse“ rutschen – eine scheinbare Selbstständigkeit, die von Abhängigkeiten und Ausbeutung geprägt ist. Wir können uns auf die Entstehung einer „Parallelgesellschaft“ gefasst machen – einer kosmopolitischen, urbanen, globalen Elite, die sich virtuell gut vernetzen und vermarkten kann. Problematisch werde es hingegen für die Geringqualifizierten, die in eine Art „Subproletariat“ abrutschen werden. Aktuelle KV-Regelungen und gesetzliche Regelungen werden kaum noch Relevanz haben. Denken wir an die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Voraussicht, gleicht sie einer Hiobsbotschaft.

Welche Kompetenzen sind gefragt?

Den Experten der Arena Analyse zufolge erfordert die Arbeitswelt der Zukunft neue Kompetenzen – eine Kombination aus Fachwissen, sozialen und organisatorischen Fähigkeiten. Wie müssen wir Arbeit künftig definieren? Und welche Rolle werden InteressensvertreterInnen angesichts dieser Prognosen spielen? Die TeilnehmerInnen der CoP Zeitarbeit sind sich der Problematik der Entwicklung bewusst. Sie befassen sich mit den realen Folgen des technologischen und gesellschaftlichen Wandels für die betriebliche Praxis, diskutieren konkrete Problemfälle und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze.

Interessierte ExpertInnen und InteressensvertreterInnen sind eingeladen, sich an dieser lösungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Thema zu beteiligen.

Unser nächster Termin: 6. Juni 2016
Kontakt: Dr. Ulrich Schönbauer – ulrich.schoenbauer@akwien.at

* Es ist immer auch die weibliche Form gemeint.

About Author

Comments are closed.