Wer kriegt ein Stück vom Kuchen?

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„Wohlstand für alle“ – forderte einst der deutsche Ökonom und CDU-Politiker Ludwig Erhard. Mehr als ein halbes Jahrhundert später scheint er mit seiner Forderung nach wie vor im Trend zu liegen. Erhards Kalkül war dabei ein einfaches: Die Politik müsse nur dafür sorgen, dass der Kuchen wachse, damit entsprechend viele Stücke abfallen. GEDIFO widmet sich dem hoch komplexen Thema einen Abend lang und beschäftigt sich mit Fragestellungen wie: Können wir auf ein wenig Wachstum verzichten und dafür mehr Freizeit, Muße und Erholung bekommen? Wieviel und welche Arbeit ist für „ein gutes Leben“ notwendig? Und: Welche Rolle spielt der digitale Wandel bei der Neugestaltung unserer Arbeitsformen?

Im Zwiespalt
Der heimische Arbeitsmarkt ist gespalten, die Verteilung des Wachstums fällt zunehmend ungleich aus: Während Manager, Fachkräfte und Stammbelegschaften davon profitieren, dass qualifizierte Arbeitskräfte knapp sind, arbeiten immer mehr Leiharbeiter, Teilzeitkräfte und Werkvertrags-Nehmer außerhalb tarifvertraglicher Regelungen. Die Folge: der Niedriglohnsektor wächst. Immer mehr Menschen tragen zum Umsatz-Erfolg großer Konzerne bei, ohne dass sie selbst entsprechend zum Zug kommen. In vielen Branchen sind stagnierende oder gar sinkende Reallöhne die bittere Realität.

Wer kann für mehr Gerechtigkeit sorgen?
Mittlerweile ist von einer Drei-Klassen-Gesellschaft die Rede: „An der Spitze stehen Manager mit rasant steigenden Millionengagen“, schreibt das deutsche Magazin Der Spiegel. „Gefolgt von gut ausgebildeten und ordentlich bezahlten Angestellten und Facharbeitern. Das Schlusslicht bilden Berufsgruppen wie Verkäufer, Koch und Kellner oder auch Erzieherinnen, die heute nicht selten weniger verdienen als noch vor zehn Jahren.“ Der soziale Zusammenhalt wird durch diese Spaltung geschwächt, was gesellschaftspolitisch eine äußerst problematische Entwicklung darstellt.

Arbeit neu denken
Tatsächlich ist das Konzept „Arbeit“ ein wichtiger Aspekt der gesellschaftlichen und sozialen Teilhabe. Experten und Forscher, ja ganze Abteilungen, beschäftigen sich damit, welche wirtschaftsdemokratischen Konzepte uns dabei helfen könnten, bestehende Gegensätze wie Plan und Markt, Lohn und Gewinn, ökologische Nachhaltigkeit und blindes Wachstum aufzulösen und neu zu gestalten. GEDIFO fragt am 4. April ExpertInnen und VertreterInnen der Basis, um gemeinsam mit ihnen neue Lösungsansätze zu diskutieren und zu finden.

Hingehen und Mitreden
44. GEDIFO: Welche Arbeit braucht der Mensch?
Montag, 4. April 2016, ab 17.00-19.00 Uhr
designaustria im designforum Wien
Museumsquartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Anmeldung: Sylvia.Steinbach@akwien.at

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