Prozesse entschleunigen, Qualität sichern

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Die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist seit 2013 im Arbeitnehmerschutzgesetz verankert. Die Mitglieder der CoP BGF haben Erfahrungen dazu ausgetauscht und sich mit dem konkreten Wirkungsspielraum von Betriebsräten befasst.

Letzte Woche diskutierten Betriebsräte und Arbeitspsychologen im Rahmen der CoP Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ihre Erfahrungen mit der Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Diese ist seit 2013 gesetzlich vorgeschrieben. In einigen Betrieben wurde die Evaluierung bereits durchgeführt und ist man mit dem Maßnahmen-Check beschäftigt. Andere befinden sich mitten im Prozess. Die Betriebsräte haben mitunter den Drive verloren oder betrachten die Maßnahmen als unbefriedigend. Der Erfahrungsaustausch zeigt, dass eine detaillierte Planung am Anfang besonders wichtig ist, um einen halbwegs reibungslosen Ablauf zu sichern. Betriebsräte können der Geschäftsführung die Entscheidung für die Evaluierung erleichtern, indem sie die Beteiligten ins Boot holen, sich über externe Partner informieren und zwei konkrete Angebote zur Auswahl vorlegen. Die Einbeziehung eines Arbeitspsychologen ist ratsam, da die Evaluierung sonst selbst zur psychischen Belastung werden kann.

Fortlaufender Verbesserungsprozess

Ziel der Evaluierung sollte sein, echte Belastungssituationen anhand von Fokusgruppen zu eruieren, gemeinsam mit dem Arbeitspsychologen und der Geschäftsführung beziehungsweise der Personalleitung entsprechende Maßnahmen zu entwickeln, umzusetzen und auf ihre Wirkung hin zu prüfen. Der Betrieb durchläuft im Optimalfall einen fortlaufenden Lern- und Verbesserungsprozess. Experten plädieren für eine Entschleunigung, um die Qualität zu sichern. Besprochen werden weiters Vor- und Nachteile diverser Tools, die in der Praxis bereits erprobt wurden. Grundsätzlich sind die Betriebsräte einig, dass Kooperation in der Praxis besser funktioniert als Kampf. So sollte das Arbeitsinspektorat erst eingeschaltet werden, wenn sich trotz Bemühungen nichts bewegt.

BGF Ausblick

2016 wollen die Betriebsräte der CoP BGF ihr Rollenbild überdenken und sich mit der Frage auseinandersetzen, welche Aufgaben angesichts des digitalen Wandels, neuer Arbeitszeit-Gesetze und auch neuer Arbeitsformen auf sie zukommen. Einig sind die Anwesenden, dass die Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung dabei eine wesentliche Rolle spielen wird. Sie betrachten den vertrauensvollen Rahmen des GEDIFO als praxisbezogene Lernwerkstatt, wo sie betriebliche Erfahrungen offen austauschen und wirksame Strategien erarbeiten können.

Kontakt: Uli Schönbauer

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