Zeitarbeit: Trends & Entwicklungen

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Die Betriebsräte und Experten der CoP Zeitarbeit beobachten zwei Trends: Erstens erkennen immer mehr Betriebe, dass die Einschulung von Leiharbeitskräften Geld kostet und eine Übernahme daher Sinn macht. Zweitens wird der Konkurrenzkampf zwischen Überlassern größer, was prekäre Arbeitsverhältnisse zur Folge hat.

1. Fallstrick Quote
Die Muster-BV der PROGE zur betrieblichen Beschäftigung überlassener Arbeitskräfte sieht eine Quotenregelung für Leiharbeitskräfte vor. In der betrieblichen Praxis können Betriebsräte eine strikte Quote nicht erzwingen. Die Gewerkschaft rät den Betriebsräten in solchen Fällen zur Inanspruchnahme einer gesetzlichen Schlichtungsstelle. In den meisten Fällen sei es ein Fehler, diese Form der „Öffentlichkeit“ zu scheuen.

2. Preisdumping
Eine weitere Entwicklung ist den Experten zufolge der immer höhere Konkurrenz- und Preisdruck zwischen Verleihbetrieben. Tatsächlich steigt die Zahl der Überlasser stark an, weil mittlerweile immer mehr steuerbegünstigte Körperschaften oder Firmen ohne entsprechende Erlaubnis – mitunter handelt es sich um Reinigungsfirmen – Arbeitskräfte überlassen. Betriebsräte beobachten, dass Arbeitskräfte unangemeldet und stundenweise auftauchen, um unqualifizierte Arbeiten für einen Stundenlohn von 7,00 Euro zu verrichten. Die Betriebsräte sollen sich in solchen Fällen an die Finanzpolizei wenden, so die Gewerkschaft.

Eine Task Force der CoP Zeitarbeit hat sich bereits im Vorjahr mit der Preiskalkulation von Leiharbeits-Stunden näher befasst und gibt dazu konkrete Empfehlungen ab.

Die CoP will sich im November mit dem Teil-Aspekt Schein-Werkverträge näher befassen.

Weitere Information und statistische Daten zu aktuellen Entwicklungen im Bereich Zeitarbeit sind im 12. Bericht zum AÜG des BMAS. nachzulesen.

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