ArbeitnehmerInnen-Belange zur unternehmerischen Strategie machen

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Die GEDIFO BetriebsrätInnen wollen effektivere Maßnahmen erwirken, die der Gesundheit von MitarbeiterInnen förderlich sind. Die neue EU-Richtlinie zur nachhaltigen Berichterstattung könnte eine realistische Möglichkeit bieten, dieses Ziel zu erreichen.

Die aktuelle Bilanzlegung in Unternehmen treibt immer mehr Mitarbeiter an die psychische Belastungsgrenze. Nicht zuletzt die alarmierende Burnout-Rate zeugt von einer Entwicklung, die mit nachhaltiger Unternehmensführung nichts gemein hat. Ab dem Geschäftsjahr 2017 gilt die EU-Richtlinie zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen. Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen ab dem Zeitpunkt Daten zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen offenlegen. Bis Ende 2016 soll die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Die Betriebsräte unserer CoP Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sehen darin eine Chance, Geschäftsleitungen dazu zu bringen, noch gezielter in ihre Mitarbeiter zu investieren, damit diese gesund und leistungsfähig bleiben.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Vor diesem Hintergrund haben sie einen schlanken Indikatoren-Katalog entwickelt, der auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Mitarbeitern abzielt. Dafür sollen Daten zu Krankenständen, Weiterbildung, Überstunden und weiteren nicht-finanziellen Leistungs-Indikatoren erhoben werden. Einige Betriebsräte haben den Indikatoren-Katalog in ihren Unternehmen bereits prototyp-mäßig eingesetzt. Nun hoffen sie, dass im Rahmen der EU-Richtlinie zumindest ein Teil der Indikatoren gesetzlich vorgeschrieben wird. Erreicht werden soll einerseits, dass Mitarbeiter schlechte Gewohnheiten ablegen und andererseits, dass Geschäftsführungen die Arbeits-Verhältnisse in ihren Unternehmen nachhaltig verbessern.

Betriebsräte wollen sich mehr einbringen

Da Indikatoren nur Sinn machen, wenn sie in einem konkreten Bezug zur Wertschöpfungskette eines Unternehmens stehen, wollen die Betriebsräte als nächstes die wesentlichen Handlungsfelder definieren, welche die Wertschöpfungskette ihrer Unternehmen beeinflussen. Den von GEDIFO konsultierten Experten zufolge sollten die Indikatoren auch mit dem deutschen Nachhaltigkeits-Kodex und der Global Reporting Initiative G4 in Zusammenhang gebracht werden. Eine solche Verlinkung könnte schließlich auch für die österreichische Gesetzgebung sinnvoll sein.

GEDIFO will Betriebsräte dahingehend unterstützen, dass sie ihre generell eher kritische Haltung gegenüber der Nachhaltigkeits-Berichterstattung überdenken, konkrete Interventions-Möglichkeiten erkennen und ArbeitnehmerInnen-Belange so stärker zur unternehmerischen Strategie machen. Ein zweitägiger Workshop mit konkreten Handlungsanweisungen wird im Herbst stattfinden.

Interesse? Kontakt: Ulrich.Schoenbauer@akwien.at

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