Betriebliche Bildung mit Hilfe des Betriebsrates

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Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für die politische und betriebliche Mitbestimmung. Nur das staatliche Schulsystem und die Betriebe tun wenig, um Bildungschancen gering Qualifizierter zu verbessern. Betriebsräte können in Betrieben einen Beitrag leisten, um einer Individualisierung der Bildung entgegen zu wirken.

Bei gewerkschaftlichen Bildungsaktivitäten geht es auch darum, die wirtschaftliche und politische Mitbestimmung der Arbeitnehmenden zu organisieren, so Rechte zu erkämpfen und die Lebenssituation zu verbessern. Bildung ist dafür eine Voraussetzung und ein Mittel zur Mitbestimmung. Allerdings ist Bildung derzeit eine Anforderung an den Einzelnen, um die Chancen am Arbeitsmarkt und im Beruf zu wahren. Gerne wird dafür ein „lebenslanges Lernen“ erwartet.

Das staatliche Schulsystem tut wenig, um die Chancen auf eine bessere Bildung für Kinder aus weniger gut situierten Schichten zu verbessern. Bildungschancen sind nach sozialer Herkunft verteilt, die Erwachsenenbildung erreicht gering Qualifizierte kaum. Thomas Kreiml nennt zwei Gründe für die mangelnde Bildungsbeteiligung: Erstens die Individualisierung der Verantwortung für die Bildung (mit der vagen Aussicht auf eine Verbesserung der Lebenssituation) und zweitens ein problematisches Verständnis von Bildung in den Betrieben. Die Beteiligung an der betrieblichen Bildung ist gering und die Angebote konzentrieren sich vor allem auf höher qualifizierte Mitarbeitende.

Es liegt also nahe, dass die Betriebe einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungssituation leisten. Betriebe als Bildungsstätten bieten sich auch deshalb an, weil dort Betriebsräte unterstützend tätig werden können. Der Einsatz der Belegschaftsvertretung kann den Boden aufbereiten, um auch bei anderen Themen im Betrieb Handlungsspielräume und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu erweitern.

Siehe Zeitschrift Arbeit & Wirtschaft: http://goo.gl/2gd9PE

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